STELLUNGNAHMEN

STELLUNGNAHMEN VOR DER WAHL:

Fragenkatalog mit Ribisl-Antworten

http://www.büso-regensburg.de/media/2019-11-podiumsdiskussion-ribisl_antworten.pdf

Weitere Ribisl betreffende Stellunnahmen:

  • Dezember 2019: Antwort an das Forum Kreativwirtschaft bezgl. Podiumsdiskussion am 24.01.2020:

Liebes Forum Kreativwirtschaft,  

vielen Dank für die Rückmeldung.   Die Entscheidung, dass auf dem Podium nur Kandidat*innen der bereits im Stadtrat vertretenen Fraktionen sitzen sollen, erscheint mir unlogisch. In ihrer Konsequenz ist sie demokratiefeindlich, denn im Sinne der Chancengleichheit sollen alle Aspiranten die Gelegenheit haben ihre Positionen öffentlich auf Augenhöhe vorzustellen. Dass bei der Podiumsdiskussion  all jene ausgeschlossen werden, die in den vergangenen Jahren noch nicht im Stadtrat vertreten waren, ist eine willkürliche Entscheidung, die bestehende Verhältnisse reproduziert.   Demokratie lebt von Erneuerung. Ich trete als Kandidat für die Ribisl-Partie an, weil ich mich konstruktiv und kooperativ einbringen will. Den Problemen und Herausforderungen, denen unsere Stadt gegenübersteht, möchte ich mich in der kommenden Legislaturperiode widmen.   Ich hoffe, dass das Forum Kultur- und Kreativwirtschaft die Entscheidung überdenkt und bitte um Weiterleitung dieser Email an die Mitglieder des Forums.    

Viele Grüße, Jakob Friedl   Malkampfzentrale im Ribisl-Haus Minoritenweg 23 Tel: 0176 97 87 97 27

14.01.20 OB-Kandidat Jakob Friedl nimmt für den Münchner Merkur Stellung zu sich selbst und Ribisl:

Jakob Friedl sagt “Ich arbeite seit 20 Jahren als politischer Künstler und Aktivist mit unterschiedlichen Mitteln an kunstfernen und öffentlichen Orten in Regensburg. Dabei ist es mir immer ein Anliegen meine Kunst zu verstetigen und im Alltag zu etablieren. Die Schikanen der Stadtverwaltung haben mir in den vergangenen Jahren beharrlich jedes Pflänzchen zunichte gemacht. Es wurde mir z.B. der Maibaum umgesägt. Ich habe mir überlegt: Was ist maximal harmlos, weitest möglich von Kunst und Politik entfernt, hat enormes Vermehrungspotenzial und soll nicht umgemäht werden: Ribisl! Wir wollen Kunst politischer und Politik künstlerischer machen. Jeder Bewohner dieser Stadt soll sich an selbstgewählten Orten engagieren können. 

Der partizipative Malkampf der Ribisl-Partie bietet einen rechtlich abgesicherten Rahmen um selbstgemalte Malplakate als individuelle Statements im öffentlichen Raum zu platzieren. Die Malkampfzentrale im Ribislhaus ist auch ein soziales Kunstprojekt. Das bemerkenswerteste an der Ribisl-Partie ist, dass sie ihr kulturelles Thema als sozialer Organismus im Stadtteil selbst vorlebt.“

14.01.20 Stellungnahme für das Amt für Denkmalpflege zum bunten Tuch am Ribisl-Haus:

Es handelt sich um ein 5,80 m breites und 2,10 m hohes Textil, das aus gefärbten Bettbezügen zusammen-
genäht ist. Dieses Tuch ist in Form und Farbe eine Referenz an Farbgestaltung und Rhythmus der Zierplatten am zum Abriss bestimmten Luther-Hochhaus, das Werner Wirsing fast zeitgleich mit dem olympischen Dorf in München errichtet hat. In den vergangenen Jahren wurde diese Arbeit im Rahmen von verschiedenen Kunstaktionen eingesetzt: vollcornform Bohnenpalast, vollcornform Sprechtest, vollcornform Rundgang (der Nachbau von zwei Stockwerken des Hochhauses im Maßstab 1:1 beim Gassenfest der sozialen Initiativen). Mehr zum Tuch finden Sie hier auf unserer Webseite: https://ribisl.org/keplerareal/ Das Tuch verdeckt eine bröckelige Fassade und trägt mit seiner matten Farbpalette unaufdringlich dazu bei, das 5,80 m breite Gebäude und somit das Gesamtensemble des Minoritenwegs aufzuwerten. Besonders schön ist das Windspiel, welches sich aus den Verwirbelungen der nun vermehrt vorbeifahrenden Busse und Pkws ergibt. Wie Sie vielleicht wissen, leiden Anwohner, Schulkinder, Ensemble und Bausubstanz unter dem stark erhöhten Verkehrsaufkommen. Es handelt sich um Kunst!

Lesenswerte Antwort: Kunst steht über Denkmalschutz, Politik überwiegt allerdings den künstlerischen Ansatz. Darum darf das Wirsing-Turm-Tuch bis September an der Fassade hängen wenn alle Hinweise auf das Büro der Ribisl-Partie entfernt werden:

https://ribisl.org/wp-content/uploads/2020/04/Amt_fuer_Archiv_und_Denkmalpflege_amonym.pdf

#Malkampfstand

14.01.2020 Stellungnahme an das Amt für Sondernutzung: Antrag innerhalb von 12h bewilligt. Vielen Dank!

Sehr geehrte Damen und Herren vom Amt für Sondernutzung,

die Ribisl-Partie möchte sich am Dachauplatz und am Neupfarrplatz mit einer begehbaren Kunst-Installation aus zusammengebundenen Malplakaten in Form eines geöffneten Kreises präsentieren um so um Unterstützerunterschriften zu werben und um auf unsere Malkampfzentrale aufmerksam zu machen. Unsere stabile Informationsskulptur besteht aus von unterschiedlichen Personen im Ribisl-Haus-Atelier gestalteten Malplakaten. Diese unendgeldlich erstellten Kunstwerke transportieren individuelle Herangehensweisen an Politik, Malerei, Ernst und Witzigkeit. Der Ribisl-Malkampf ist auch ein partizipatives Kunstprojekt, bei dem sich alle Bewohner dieser Stadt an einer sozialen Skulptur beteiligen können. Bei unseren Malplakaten handelt es sich nicht um Wahlplakate im herkömmlichen Sinn. Jedes Malplakat ist ein Unikat, hergestellt aus massiven, werthaltigen, recycelten Materialien in dem durchschnittlich 8 – 10 Stunden handwerkliche und künstlerische Arbeit steckt – eingebettet in weitere Kulturarbeit. Die mittlerweile ca. 60 im öffentlichen Raum befindlichen Malplakate führen den gleichförmigen Wahlkampf der anderen Parteien, die sich mit den immer gleichen, wenig originellen und hundertfach reproduzierten Mitteln zu überbieten suchen, vor – und werden so zu Kunst. Die Lieblosigkeit und die Entfernung der konventionellen Wahlkämpfe zu ihren Themen führt unserer Meinung nach zu Politikverdrossenheit und stumpft ab.

Gestern wurde mir in einem Gespräch, bei dem vier Angestellte des Amts für Sondernutzung zugegen waren, erläutert, dass die Ribisl-Partie in der Innenstadt keinen künstlerisch gestalteten Infostand aufstellen kann, da dort Parteiwerbung mit Wahlplakaten verboten ist. Um das Welterbe vor ausufernder Parteiwerbung und all zu viel Durcheinander zu schützen gibt es genaue Vorgaben dafür, wie ein Infostand auszusehen habe: Maximal 3 x 3m, ein Tisch, z.B. mit einem 3m x 1m großen Parteibanner und möglicherweise einem von weitem sichtbaren Pavillon in Parteifarben. Darin befinden sich dann typischerweise bunte Druckerzeugnisse, Gummibärchen, Kugelschreiber, Kondome, Streichhölzer und sonstiger Werbekram. Außerhalb der Welterbepufferzone können Parteien an ihren Infoständen zusätzlich auch Wahlplakate präsentieren – für die Stadtteile sind diese anscheinend gut genug.

Sie haben mir weiterhin erläutert, dass es nicht möglich sei, den Malplakate-Infostand mit abgedeckten Ribisl-Schriftzügen in der Innenstadt zu präsentieren, da es sich weiterhin um Wahlplakate handle. Ein Infostand aus leeren Malplakaten ohne Botschaften in Bild und Text sei jedoch möglich. Wir halten das für fragwürdige Blüten einer Überregulierung, die nur Gleichförmigkeit erfassen und verwalten kann. Das Kulturerbe wird auch durch genormte Werbestände nicht bereichert – sondern verflacht.

Wenn ich sie richtig verstanden habe, geht es Ihnen lediglich darum, dass wenigstens das Weltkulturerbe von den hundertfach reproduzierten Wahlplakaten verschont bleibt. Künstlerische Unikate sollten jedoch unserer Meinung nach erlaubt sein.

Nicht nur von Großaufstellern am Stadtrand, auch unmittelbar gegenüber vom Rathaus und z.B. am Kornmarkt, lacht uns großformatig von Litfaßsäulen Dr. Astrid Freudenstein an. Wie ist das einzuordnen? Als Wahlplakat oder kommerzielle Werbung?

Die Ribisl-Partie bittet Sie unsere Argumente zu prüfen und beantragt für folgende Tage einen aus Malplakatbildern zusammengefügten Infostand an den unten aufgeführten Orten – Leere Plakate und Parteiwerbung aus dem Merchandise Katalog entsprechen nicht unserem Selbstverständnis.

Fotos von unserem Infostand:

  • Am 27.01.2010 wurde ein Ribisl-Plakat entfernt oder gestohlen.

Die Ribisl-Partie bringt jeden Diebstahl zur Anzeige.

Am 27.01.2010 wurde dieses Ribisl-Plakat entfernt oder gestohlen. Die Ribisl-Partie bringt jeden Diebstahl zur Anzeige. Jedes Plakat ist ein individuelles Statement, das Teil einer großen Kunstausstellung ist, die mit jedem fehlenden Objekt in ihrer Gesamtheit beschädigt wird. Der Schaden ist gravierend. Wer unsere Plakate entfernt oder beschädigt, dem fehlt es an Toleranz und Demokratieverständnis. Wer aber unsere Plakate aus Liebhaberei klaut, hat die Dimension unserer öffentlichen Kunst nicht verstanden. Im partizipativen Malkampf der Ribisl-Partie steckt nur ehrenamtliches Engagement. In jedem unserer Plakate stecken die Arbeit der Maler und die des Ribisl-Vereins, der das Material mühsam gesammelt und aufbereitet hat. Die Ribisl-Partie hat in Eigenregie und auf eigene Kosten Räume geschaffen, in denen Kunstproduktion und Austausch für alle Interessierten möglich sind. Das Entfernen einzelner Arbeiten entwertet somit einen ganzes Projekt. Es gibt Möglichkeiten es uns anonym zurückzustellen. Eine Nachricht kann im Briefkasten der Malkampfzentrale hinterlassen werden. Wem ein Plakat besonders gut gefällt, der kann mit uns in Kontakt treten. Eines ist sicher, ein gestohlenes Kunstwerk wird niemandem Freude bereiten, seine Wirkung im öffentlichen Raum nicht mehr entfalten können und vermutlich in einem Keller ungesehen vor sich hinrotten müssen. Denn die Zerstörung einer sozialen Skulptur kann niemand gut finden – auch nicht Jahrzehnte später. Wir erwarten, dass die gestohlene Arbeit wieder auftaucht.